Der Zendure SolarFlow 2400 AC ist ein AC-gekoppelter Stromspeicher, den du an eine bestehende PV-Anlage anschliesst oder allein mit einem dynamischen Stromtarif betreibst. Er speichert deinen Solarüberschuss und gibt ihn abends oder bei hohen Strompreisen wieder ins Hausnetz ab.
Doch was leistet der Speicher im Alltag wirklich, wo liegt der Unterschied zwischen 800 und 2.400 Watt und für wen lohnt sich die Anschaffung? Dieser Test ordnet Funktionen, Leistung und Erfahrungen sachlich ein.
Inhalt
💡 Das Wichtigste in Kürze
- Der Zendure SolarFlow 2400 AC ist ein AC-gekoppelter Nachrüstspeicher mit 5,76 kWh (2× AB3000X), erweiterbar auf 17,28 kWh.
- Im Plug-and-Play-Betrieb liefert er 800 W, für bis zu 2.400 W braucht es einen eigenen Stromkreis und eine Elektrofachkraft.
- Der AC-Rundlaufwirkungsgrad liegt laut Hersteller bei bis zu 93 %, unabhängige Tests messen etwas niedrigere Werte.
Was ist der Zendure SolarFlow 2400 AC?
Der Zendure SolarFlow 2400 AC ist ein wechselstromgekoppelter Speicher. Er sitzt nicht zwischen Solarmodulen und Wechselrichter, sondern arbeitet auf der Wechselstromseite deines Hausnetzes. Damit unterscheidet er sich klar von einem DC-gekoppelten All-in-One-Speicher, an den die Module direkt angeschlossen werden.
In der Praxis heisst das: Deine bestehende PV-Anlage bleibt, wie sie ist. Der alte Wechselrichter arbeitet weiter und der Speicher wird ergänzt. Genau deshalb eignet sich der SolarFlow 2400 AC vor allem zum Nachrüsten. Wer schon eine PV-Anlage auf dem Dach hat und jetzt einen Speicher will, muss die Anlage nicht umbauen.
Interessant ist der Speicher auch ohne eigene Solaranlage. Über einen dynamischen Stromtarif lädt das System dann, wenn Strom günstig ist, und entlädt, wenn die Preise steigen. So lassen sich Preisschwankungen am Strommarkt nutzen. Weitere passende Modelle findest du in unserer Batteriespeicher-Kollektion.
Technische Daten im Überblick
Der Name verrät schon die wichtigste Kennzahl: Der Speicher kann mit bis zu 2.400 Watt laden und entladen. In der von uns betrachteten Konfiguration kommen zwei AB3000X-Batterien mit zusammen 5,76 kWh zum Einsatz. Die folgende Tabelle fasst die zentralen Werte zusammen.
| Merkmal | Zendure SolarFlow 2400 AC + 2× AB3000X |
|---|---|
| Gesamtkapazität | 5,76 kWh |
| Erweiterbar auf | 17,28 kWh (6× AB3000X) |
| Batterietyp | LiFePO₄ |
| Ladezyklen | ca. 6.000 |
| Max. AC-Leistung | 2.400 W |
| Ersatzstrom (Off-Grid) | bis 2.400 W |
| AC-Wirkungsgrad | bis 93 % (laut Hersteller) |
| Schutzart | IP65 |
| Kommunikation | WLAN, Bluetooth |
Tabelle: Wichtige technische Daten des Zendure SolarFlow 2400 AC mit zwei AB3000X-Batterien.
Technisch setzt Zendure auf Siliziumkarbid-Halbleiter der dritten Generation und ein 48-Volt-Batteriesystem. Beides senkt die Verluste bei der Energieumwandlung. Den Wirkungsgrad gibt der Hersteller mit bis zu 93 Prozent an. Unabhängige Tests, zum Beispiel von heise, messen im Alltag etwas niedrigere Werte um 86 Prozent. Solche Abweichungen sind normal, weil Labor- und Praxisbedingungen sich unterscheiden.
800 W oder 2.400 W: Was im Alltag zählt
Das ist der wichtigste Punkt beim Zendure SolarFlow 2400 AC und er wird oft übersehen. Die 2.400 Watt aus dem Produktnamen bekommst du nicht einfach durch Einstecken in die Steckdose. Im reinen Plug-and-Play-Betrieb an einer normalen Schukosteckdose ist die Entladeleistung auf 800 Watt begrenzt. Das entspricht den gesetzlichen Vorgaben und deckt die Grundlast eines Haushalts gut ab.
Für die volle Leistung von bis zu 2.400 Watt muss das Gerät an einen eigenen Stromkreis angeschlossen werden, der über einen separaten Leitungsschutzschalter abgesichert ist. Diesen Anschluss übernimmt eine Elektrofachkraft, danach wird die höhere Leistung in der Zendure-App freigegeben.
Kurz erklärt: Wann brauchst du die 2.400 Watt?
Für Grundlast, Kühlschrank, Router und Standby-Verbraucher reichen 800 Watt im Alltag meist aus. Wer dagegen grosse Verbraucher wie Wärmepumpe, Herd oder Wallbox über den Speicher abdecken oder hohe Solarerträge schnell einspeisen möchte, profitiert vom Anschluss an einen eigenen Stromkreis. Vor dem Kauf lohnt sich der Blick auf den eigenen Verbrauch.
Fair betrachtet ist der SolarFlow 2400 AC also kein reines Plug-and-Play-Produkt, wenn du die volle Leistung willst. Technisch kann das System viel, elektrisch muss die Installation aber dazu passen. Für den Grundbetrieb bleibt die Einrichtung dagegen einfach: Batterie mit dem Wechselrichter verbinden, einstecken und in der App konfigurieren.
Für wen reichen 5,76 kWh Speicherkapazität?
5,76 kWh eignen sich für Haushalte, die ihre Grundlast und einen guten Teil des Abendverbrauchs mit gespeichertem Solarstrom decken möchten. Der grosse Vorteil des Systems ist die modulare Bauweise: Reicht der Speicher später nicht mehr, ergänzt du einfach weitere AB3000X-Module.
| Systemaufbau | Gesamte Speicherkapazität |
|---|---|
| SolarFlow 2400 AC + 2× AB3000X | 5,76 kWh |
| SolarFlow 2400 AC + 4× AB3000X | 11,52 kWh |
| SolarFlow 2400 AC + 6× AB3000X | 17,28 kWh |
Tabelle: Ausbaustufen des Zendure SolarFlow 2400 AC mit AB3000X-Batterien.
Beispiel: Vierpersonenhaushalt mit PV-Anlage
Ein Haushalt mit rund 4.000 kWh Jahresverbrauch nutzt tagsüber wenig Strom, weil alle ausser Haus sind. Der Solarüberschuss vom Tag landet im Speicher. Abends, wenn gekocht, gewaschen und ferngesehen wird, deckt der SolarFlow 2400 AC den Bedarf aus dem Speicher. So sinkt der teure Netzbezug am Abend und mehr vom selbst erzeugten Strom bleibt im eigenen Haus.
HEMS, KI und dynamische Tarife
Der Dreh- und Angelpunkt des Systems ist die Zendure-App zusammen mit dem Home Energy Management System (HEMS). Der KI-Modus ZENKI analysiert laut Hersteller Wetterprognosen, Batteriestatus und Strompreise in Echtzeit und steuert Laden und Entladen entsprechend. Ziel ist, den günstigsten Strom zu laden und den teuersten zu vermeiden.
Damit das System den Hausverbrauch genau kennt, arbeitet es mit einem Smart Meter zusammen, zum Beispiel einem Shelly 3EM oder Pro 3EM. So passt der Speicher Laden und Entladen in Echtzeit an den tatsächlichen Verbrauch an. In Testberichten funktioniert die Einbindung meist problemlos, in Einzelfällen brauchte die Verbindung etwas Geduld bei der Einrichtung.
Zur Ersparnis nennt Zendure hohe Werte von bis zu 73 Prozent. Diese Angaben stammen aus Labortests des Herstellers mit einem dynamischen Tarifmodell. Wie viel du am Ende wirklich sparst, hängt von deinem Stromtarif, der Systemkonfiguration und deinem Verbrauch ab. Wer einen dynamischen Tarif nutzt und den Speicher gut auslastet, holt am meisten heraus.
Datenschutz: Betrieb auch ohne Cloud
Das System lässt sich mittlerweile komplett ohne Cloud-Anbindung per Bluetooth einrichten. Dann entfällt zwar der Fernzugriff von unterwegs, dafür werden keine Daten an die Cloud übertragen. Mit Zendure-Konto und Cloud-Anbindung sind Steuerung und Überwachung auch von ausserhalb möglich.

Sicherheit und Wintertauglichkeit
Bei den Zellen setzt Zendure auf LiFePO₄, also Lithium-Eisenphosphat. Dieser Zelltyp gilt als besonders sicher und langlebig. Der Hersteller gibt rund 6.000 Ladezyklen an, was bei täglicher Nutzung eine lange Lebensdauer bedeutet. Auf das SolarFlow-System gibt Zendure zudem 10 Jahre Garantie nach Herstellerbedingungen.
Für den Aussenbereich ist das Gehäuse nach IP65 gegen Staub und Strahlwasser geschützt. Eine automatische Selbstheizung hält die Batterie bis −20 °C betriebsbereit, sodass der Speicher auch im Winter zuverlässig arbeitet. Zusätzlich verhindert das System eine schädliche Tiefentladung und schützt so die Zellen.
Ein Detail hebt den SolarFlow von vielen anderen Speichern ab: das integrierte Aerosol-Feuerlöschsystem. Erkennt das System eine kritische Wärmeentwicklung oder einen Kurzschluss, wird die Reaktion unterdrückt, bevor sie sich ausbreitet. Im Betrieb wurde das Gehäuse in Tests an der Aussenseite gelegentlich warm. Das war unkritisch, zeigt aber, dass am Aufstellort für ausreichend Luft gesorgt sein sollte.
AC-Speicher oder DC-Speicher?
Ob der Zendure SolarFlow 2400 AC die richtige Wahl ist, hängt vor allem von deiner Ausgangslage ab. Ein AC-Speicher wie dieser spielt seine Stärke beim Nachrüsten aus. Ein DC-gekoppelter All-in-One-Speicher, an den die Module direkt angeschlossen werden, passt dagegen eher zu neuen Anlagen ohne bestehenden Wechselrichter.
| Merkmal | AC-Speicher (2400 AC) | DC-Speicher |
|---|---|---|
| Anschluss | Über das Hausnetz | Module direkt |
| PV-Eingänge | Keine | Ja (MPPT) |
| Typischer Einsatz | Nachrüstung | Neue Anlage |
Tabelle: Grundsätzliche Unterschiede zwischen AC- und DC-gekoppelten Speichern.
Ein Beispiel für einen DC-gekoppelten All-in-One-Speicher ist die Hoymiles HiBattery 4020 X, die wir in einem eigenen Beitrag vorgestellt haben. Wenn du dir bei der Grundsatzentscheidung unsicher bist, hilft dir der Vergleich weiter: Hoymiles HiBattery 4020 X im Test.
Fazit zum Zendure SolarFlow 2400 AC
Der Zendure SolarFlow 2400 AC ist ein durchdachter AC-Speicher zum Nachrüsten. Er kombiniert eine modular erweiterbare Kapazität von 5,76 bis 17,28 kWh mit einem intelligenten Energiemanagement, sicheren LiFePO₄-Zellen und einer soliden Winterausstattung. Für Haushalte mit bestehender PV-Anlage oder dynamischem Stromtarif ist das eine flexible Lösung.
Wichtig bleibt der ehrliche Blick auf die Leistung: Die vollen 2.400 Watt gibt es nur mit eigenem Stromkreis und Elektrofachkraft. Für die Grundlast im Alltag reichen 800 Watt aber gut aus. Wer eine komplett neue Anlage plant, sollte alternativ einen DC-gekoppelten Speicher prüfen.
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Häufig gestellte Fragen
Braucht der Zendure SolarFlow 2400 AC eine eigene PV-Anlage?
Nein. Du kannst den Speicher mit deiner bestehenden PV-Anlage kombinieren oder ausschliesslich über einen dynamischen Stromtarif betreiben. Dann lädt das System bei niedrigen Strompreisen und entlädt bei hohen.
Warum liefert der Speicher nur 800 statt 2.400 Watt?
An einer normalen Steckdose ist die Entladeleistung aus gesetzlichen Gründen auf 800 Watt begrenzt. Für bis zu 2.400 Watt wird das Gerät durch eine Elektrofachkraft an einen eigenen, separat abgesicherten Stromkreis angeschlossen und die Leistung in der Zendure-App freigegeben.
Wie gross ist der Speicher und lässt er sich erweitern?
Die hier vorgestellte Konfiguration bietet 5,76 kWh aus zwei AB3000X-Modulen. Modular lässt sich das System mit weiteren AB3000X-Batterien auf bis zu 17,28 kWh erweitern.
Ist der SolarFlow 2400 AC für den Aussenbereich geeignet?
Ja. Das Gehäuse ist nach IP65 gegen Staub und Strahlwasser geschützt. Eine Selbstheizung hält die Batterie bis −20 °C betriebsbereit. Am Aufstellort sollte für ausreichend Luftzufuhr gesorgt sein.
Wie viel Stromkosten kann ich sparen?
Das intelligente HEMS mit ZENKI-KI steuert Laden und Entladen nach Wetter, Batteriestatus und Strompreis. Laut Zendure-Labortests sind bis zu 73 Prozent Ersparnis möglich. Die tatsächliche Ersparnis hängt von deinem Tarif, deiner Anlage und deinem Verbrauch ab.

