Warum Ihre PV-Anlage bei Stromausfall ohne Backup Box abschaltet
Das überrascht viele Anlagenbesitzer: Eine normale Photovoltaikanlage liefert bei einem Netzausfall keinen Strom, auch wenn die Sonne scheint und der Speicher voll ist. Der Grund ist der vorgeschriebene Netz- und Anlagenschutz. Der Wechselrichter muss sich abschalten, sobald das Netz wegfällt, damit niemand bei Reparaturarbeiten an einer vermeintlich toten Leitung gefährdet wird. Eine Backup Box löst genau dieses Problem: Sie trennt Ihr Gebäude sicher und allpolig vom Netz und schafft damit ein abgeschlossenes Inselnetz, in dem der Wechselrichter gefahrlos weiter einspeisen darf.
Notstrom oder Ersatzstrom, wo liegt der Unterschied?
Die Begriffe werden im Alltag durcheinandergeworfen, technisch meinen sie unterschiedliche Dinge. Notstrom bezeichnet meist die einfache Variante: eine einzelne Steckdose am Speicher, an der Sie Kühlschrank oder Router anschließen können, mit einer spürbaren Unterbrechung beim Umschalten. Ersatzstrom meint die Vollversorgung: Das gesamte Hausnetz läuft weiter, Steckdosen und fest angeschlossene Verbraucher funktionieren wie gewohnt. Genau dafür ist eine Backup Box da. Eine ausführliche Einordnung finden Sie in unserem Ratgeber Notstrom bei PV-Anlagen.
Einphasig oder dreiphasig, was brauchen Sie wirklich?
Viele günstige Lösungen sichern nur eine Phase ab. Das reicht für Licht, Kühlschrank und Router, lässt aber alles ausfallen, was dreiphasig angeschlossen ist: Herd, Durchlauferhitzer, Wärmepumpe und Wallbox. Die Boxen in dieser Kategorie arbeiten dreiphasig und versorgen damit auch Starkstromverbraucher weiter. Das ist der entscheidende Unterschied zwischen einer Notlösung und echter Versorgungssicherheit, gerade wenn Sie eine Wärmepumpe oder eine Wallbox betreiben.
Die Boxen im Sortiment
Der Huawei SmartGuard-63A-T0 versorgt das Haus dreiphasig mit 63 A und schaltet je nach Wechselrichter in etwa 20 bis 100 Millisekunden um. Er bringt zusätzlich die EMMA-Energiemanagement-Funktion mit, steuert also auch SG-Ready-Wärmepumpen und smarte Verbraucher, und macht ein separates Energiemanagement-Gerät überflüssig. Mit IP55 ist er auch für die Außenmontage geeignet.
Von SMA gibt es zwei Varianten für den Sunny Tripower Hybrid X: die 3-polige Backup Box für TN-S- und TN-C-S-Netze und die 4-polige Backup Box für TT-Netze. Beide schalten bis 63 A Dauerstrom, sind mit IP65 für innen und außen freigegeben und haben im normalen Netzbetrieb keinen Eigenverbrauch.
Die Fox ESS EPS Box PRO übernimmt dieselbe Aufgabe im Fox-ESS-System und arbeitet mit den H3 Hybrid-Wechselrichtern zusammen, ebenfalls dreiphasig mit 63 A.
3-polig oder 4-polig, welche Variante passt?
Diese Frage entscheidet sich an Ihrer Netzform, nicht an Ihrem Geschmack. In einem TN-S- oder TN-C-S-Netz, dem häufigsten Fall in deutschen Wohngebäuden, genügt die 3-polige Trennung der Außenleiter. Liegt bei Ihnen ein TT-Netz vor, muss zusätzlich der Neutralleiter getrennt werden, dann brauchen Sie die 4-polige Variante. Welche Netzform Sie haben, weiß Ihr Elektrofachbetrieb oder Ihr Netzbetreiber. Bestellen Sie im Zweifel nicht auf Verdacht, sondern lassen Sie das vorher prüfen, ein Tausch nach der Installation ist ärgerlich.
Was Sie für echten Ersatzstrom brauchen
Eine Backup Box allein reicht nicht. Sie benötigen drei Bausteine, die zueinander passen müssen: einen ersatzstromfähigen Hybrid-Wechselrichter, einen Batteriespeicher als Energiequelle und die Backup Box als Umschalteinrichtung. Alle drei stammen sinnvollerweise aus einem System, weil die Hersteller nur die eigenen Kombinationen freigeben. Die SMA-Boxen arbeiten mit dem Sunny Tripower Hybrid X, der SmartGuard mit den Huawei SUN2000-Geräten und LUNA2000-Speichern, die Fox ESS EPS Box PRO mit der H3-Reihe.
Umschaltzeit und was sie praktisch bedeutet
Die Umschaltzeit sagt, wie lange es dunkel bleibt, bis das Ersatznetz steht. Sehr schnelle Lösungen schaffen das in rund 20 Millisekunden, so kurz, dass Computer und Router meist nicht einmal neu starten. Andere Systeme brauchen einige Sekunden, was für Kühlschrank, Heizung und Licht völlig genügt, empfindliche Geräte aber neu hochfahren lässt. Wenn Sie Server, Medizintechnik oder Aquarien absichern möchten, achten Sie auf die kurzen Umschaltzeiten. Für den normalen Haushalt ist der Unterschied im Alltag kaum spürbar.
Installation und Anmeldung
Eine Backup Box wird fest im Zählerschrank oder daneben verbaut und greift in die Hausinstallation ein. Das ist ausschließlich Sache einer Elektrofachkraft, nicht zuletzt weil die Trennung vom Netz sicherheitsrelevant ist und der Netzbetreiber die Anlage abnehmen muss. Planen Sie die Box am besten gleich mit dem Wechselrichter zusammen, dann ist die Verkabelung in einem Arbeitsgang erledigt. Eine Nachrüstung ist grundsätzlich möglich, verursacht aber zusätzlichen Aufwand im Zählerschrank.
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Bei 1ASOL erhalten Sie die Backup- und Notstrom-Boxen von Huawei, SMA und Fox ESS zu fairen, tagesaktuellen Preisen, mit schneller Lieferung und persönlicher Beratung. Es gilt die Herstellergarantie des jeweiligen Herstellers, bei deren Abwicklung wir Sie mit deutschsprachigem Ansprechpartner unterstützen. Sagen Sie uns, welchen Wechselrichter und welchen Speicher Sie einsetzen oder planen, dann prüfen wir die Kompatibilität und die passende Netzform für Sie. Die passenden Geräte finden Sie unter SMA Sunny Tripower Hybrid X, Huawei Wechselrichter und Fox ESS Wechselrichter.
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Häufig gestellte Fragen zu Backup Box & Notstrom-Box
Eine Backup Box ist eine automatische Umschalteinrichtung. Sie trennt Ihr Gebäude bei einem Netzausfall vom öffentlichen Stromnetz und schaltet es auf die Versorgung durch Hybrid-Wechselrichter und Batteriespeicher um. Nach Rückkehr des Netzes schaltet sie automatisch zurück.
Weil der Netz- und Anlagenschutz das vorschreibt. Der Wechselrichter muss sich bei Netzausfall abschalten, damit auf abgeschalteten Leitungen keine Spannung anliegt und niemand bei Reparaturen gefährdet wird. Erst eine Umschalteinrichtung wie die Backup Box schafft ein sicher getrenntes Inselnetz.
Notstrom bezeichnet meist eine einzelne abgesicherte Steckdose für wenige Geräte. Ersatzstrom versorgt das gesamte Hausnetz weiter, inklusive fest angeschlossener Verbraucher. Eine Backup Box ist die Voraussetzung für echten Ersatzstrom.
Das hängt von Ihrer Netzform ab. Bei TN-S- und TN-C-S-Netzen, dem Normalfall in deutschen Wohnhäusern, genügt die 3-polige Box. Bei einem TT-Netz muss auch der Neutralleiter getrennt werden, dann brauchen Sie die 4-polige Variante. Ihr Elektrofachbetrieb kann Ihnen die Netzform nennen.
Nein. Jede Box ist für das System ihres Herstellers ausgelegt: die SMA-Boxen für den Sunny Tripower Hybrid X, der Huawei SmartGuard für SUN2000-Wechselrichter mit LUNA2000-Speicher, die Fox ESS EPS Box PRO für die H3-Reihe. Wir prüfen die Kombination gerne vorab für Sie.
Für eine sinnvolle Ersatzstromversorgung ja. Ohne Speicher stünde nur Strom zur Verfügung, solange die Sonne scheint, und schon eine Wolke würde die Versorgung unterbrechen. Der Speicher glättet das und versorgt Sie auch nachts.
Das hängt von der Speicherkapazität und Ihrem Verbrauch ab. Ein Haushalt, der im Ersatzstrombetrieb auf die wichtigsten Verbraucher reduziert, kommt mit 10 kWh nutzbarer Kapazität je nach Jahreszeit typischerweise über die Nacht. Tagsüber lädt die Solaranlage nach, sodass sich der Betrieb bei gutem Wetter fortlaufend tragen kann.
Ja, sofern Ihr Wechselrichter ersatzstromfähig ist und ein passender Speicher vorhanden ist. Die Nachrüstung erfordert Arbeiten im Zählerschrank durch eine Elektrofachkraft. Günstiger wird es, wenn Sie die Box gleich bei der Erstinstallation mit einplanen.
Ausschließlich eine Elektrofachkraft. Die Box greift in die Hausinstallation ein und ist sicherheitsrelevant, weil sie die Trennung vom Netz herstellt. Die Anlage wird anschließend beim Netzbetreiber angemeldet.

