Warum ein Speicher fürs Balkonkraftwerk?
Ein Balkonkraftwerk erzeugt den meisten Strom zwischen 11 und 15 Uhr, also genau dann, wenn viele Wohnungen leer stehen. Ohne Speicher fließt dieser Überschuss ungenutzt ins Netz ab. Der Speicher fängt den Überschuss auf und gibt ihn abends und nachts zurück. Der Eigenverbrauchsanteil steigt dadurch erfahrungsgemäß von rund 30 auf 60 bis 80 Prozent. Was Sie dafür brauchen, fasst unser Ratgeber Speicher für Balkonkraftwerk nachrüsten zusammen.
Wie funktioniert ein Balkonkraftwerkspeicher?
Ein Balkonkraftwerkspeicher sitzt zwischen Ihrem Balkonkraftwerk und dem Haushalt. Ein Smart Meter misst am Hausanschluss, ob gerade Strom ins Netz abfließt oder aus dem Netz bezogen wird, und meldet diesen Wert an den Speicher. Fließt Überschuss ab, lädt der Akku. Steigt der Verbrauch, speist der Speicher genau so viel ein, dass die Bilanz am Zähler möglichst bei null bleibt. Diese Regelung heißt Nulleinspeisung, ihre Qualität entscheidet darüber, wie viel Sie wirklich sparen.
AC-gekoppelt: warum der Speicher unabhängig vom Mikrowechselrichter arbeitet
AC-gekoppelt heißt, dass der Speicher einen eigenen Wechselrichter mitbringt und auf der Wechselstromseite angeschlossen wird, in der Praxis also an einer Steckdose. Ihr vorhandener Mikrowechselrichter bleibt unangetastet und liefert weiter in den Hausstromkreis. Der Speicher holt sich seine Ladung aus diesem Kreis und gibt sie später dorthin zurück. Deshalb spielt es keine Rolle, welches Fabrikat unter Ihren Modulen hängt. Wie das technisch aussieht, zeigt der Beitrag AC-Speicher nachrüsten, die passenden Geräte stehen in der Kategorie AC-Speicher.
Welche Modelle gibt es?
Der Klassiker ist der Marstek Venus E 3.0 mit 5,12 kWh, ein All-in-One-Gerät ohne Zusatzkomponenten. Modular aufgebaut sind die HYXI Halo-Systeme, die sich von 3 bis 18 kWh stapeln lassen, sowie das Set Zendure SolarFlow 2400 AC mit 5,76 kWh. Kompakte Komplettpakete sind die Anker SOLIX Solarbank 4 Pro E5000 mit 5 kWh und der TSUN TSOL-MAU5000 mit 5,12 kWh. Zwei davon treten in unserem Vergleich Zendure SolarFlow 2400 AC gegen Marstek Venus E direkt gegeneinander an.
Welche Speichergröße passt zu Ihrer Modulanzahl?
Rechnen Sie vom Ertrag her. Zwei Module mit zusammen rund 900 Wp liefern an einem guten Sommertag etwa 4 bis 5 kWh. Einen Teil davon verbraucht Ihr Haushalt tagsüber direkt, übrig bleiben meist 2 bis 3 kWh. Genau dafür reicht ein Gerät aus der Kategorie Balkonkraftwerk Speicher 2 kWh. Ab vier Modulen und rund 1.800 Wp sind eher 5 kWh aufwärts sinnvoll, siehe Balkonkraftwerk Speicher 5 kWh. Ein zu groß gewählter Akku wird vor allem im Winter selten voll und bindet nur Kapital.
Worauf Sie beim Vergleich achten sollten
Drei Werte trennen gute von schwachen Geräten. Erstens der Round-Trip-Wirkungsgrad: Gute Speicher geben 85 bis 88 Prozent der eingelagerten Energie wieder ab, schwächere liegen bei etwa 80 Prozent. Zweitens der Standby-Verbrauch: 9 W Dauerlast summieren sich auf rund 79 kWh im Jahr, die das Gerät erst einmal wieder einspielen muss. Drittens die Qualität der Nulleinspeisung: Regelt das System träge, wandern Lastspitzen trotzdem ins Netz. Schauen Sie deshalb auf Regelzeit und Messgenauigkeit, nicht nur auf die Kapazität auf dem Karton.
Smart Meter: was an deutschen Zählern funktioniert
Damit die Nulleinspeisung greift, braucht der Speicher einen Messwert vom Hausanschluss. In Deutschland läuft das über Stromwandler-Zähler, die im Verteilerkasten hinter den Hauptleitungen sitzen, etwa die Shelly-Modelle aus unserer Kategorie Smart Meter. Vorsicht bei Angeboten aus dem Ausland: P1-Dongles stammen aus dem niederländischen Markt und setzen eine P1-Buchse am Zähler voraus. Deutsche Zähler haben diese Buchse nicht, ein P1-Dongle bleibt hier also ohne Funktion.
Notstrom: was die Steckdose am Speicher leistet
Viele Balkonkraftwerkspeicher haben eine separate Notstromsteckdose. Fällt das Netz aus, versorgen Sie darüber gezielt Kühlschrank, Router oder eine Lampe. Das ist im Ernstfall viel wert, ersetzt aber keine Absicherung des ganzen Hauses: Fest verdrahtete Verbraucher an Ihren Sicherungen bleiben dunkel, weil sich der Speicher vom Netz trennt und nur an dieser einen Buchse liefert. Die Unterschiede erklärt unser Ratgeber zu Notstrom bei PV-Anlagen, den praktischen Ablauf zeigt der Praxistest zum Marstek Venus E 3.0.
Aufstellort, Wetterfestigkeit und Winterbetrieb
Prüfen Sie vor dem Kauf die IP-Schutzart. Geräte mit IP65 vertragen Regen und dürfen auf den Balkon, schwächer geschützte Modelle gehören in Keller, Garage oder Abstellraum. Kritischer als Nässe ist Kälte: Lithium-Zellen nehmen unter 0 Grad kaum noch Ladung auf. Bessere Speicher haben deshalb eine Selbstheizung, die die Zellen vor dem Laden auf Temperatur bringt und den Winterbetrieb überhaupt erst ermöglicht.
Modular erweitern oder gleich groß einsteigen?
Modulare Systeme wirken flexibel, haben aber zwei Haken. Manche erreichen ihre volle Lade- und Entladeleistung erst mit dem zweiten Akkumodul, mit nur einem Modul bleiben Sie also unter den Datenblattwerten. Und das Gewicht summiert sich: Ein Stapel aus vier Modulen lässt sich nicht mehr eben umstellen. Wenn Ihr Bedarf absehbar ist, fahren Sie mit einem passend dimensionierten Gerät oft besser. Welche Bauformen sich nachrüsten lassen, sehen Sie in der Übersicht BKW-Speicher nachrüsten.
Anmeldung und Betrieb: das sollten Sie wissen
Ihr Balkonkraftwerk melden Sie im Marktstammdatenregister an, unabhängig davon, ob ein Speicher dazukommt. Wichtig ist die Grenze von 800 VA: Sie gilt nicht je Gerät, sondern für alle Erzeugungseinheiten an Ihrem Hausanschluss zusammen. Der Speicher selbst wird in der Regel als Teil des Steckersolar-Systems geführt. Details dazu liefert unser Beitrag zur Balkonkraftwerk-Anmeldung und 2-kWp-Grenze. Da sich Vorgaben ändern können, fragen Sie im Zweifel bei Ihrem Netzbetreiber nach.
Für wen lohnt sich ein Balkonkraftwerkspeicher?
Am deutlichsten profitieren Haushalte, die tagsüber außer Haus sind und abends kochen, waschen und fernsehen. Als Faustregel gilt: Wer nach Sonnenuntergang mindestens 2 kWh verbraucht und tagsüber Überschuss produziert, bekommt den Speicher zuverlässig voll und wieder leer. Je höher Ihr Arbeitspreis, desto schneller trägt sich die Anschaffung. Wenig Sinn ergibt ein Speicher, wenn Ihr Grundverbrauch tagsüber ohnehin fast den kompletten Ertrag aufnimmt. Größere Lösungen für das ganze Haus finden Sie unter Batteriespeicher.
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Bei 1ASOL erhalten Sie Balkonkraftwerk-Speicher von Marstek, Anker, Zendure, TSUN und HYXI zu fairen Preisen und mit schneller Lieferung. Als offizieller Marstek-Partner begleiten wir Sie bei Marstek-Garantiefällen mit deutschsprachigem Ansprechpartner, maßgeblich ist dabei die jeweilige Herstellergarantie. Alle Modelle der Marke sehen Sie in der Kategorie Marstek Batteriespeicher. Wenn Sie unsicher sind, welche Kapazität zu Ihrem Verbrauchsprofil passt, rechnen wir das vor dem Kauf gemeinsam mit Ihnen durch, telefonisch oder per E-Mail.
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Häufig gestellte Fragen zu Balkonkraftwerk Speicher
Ja. AC-gekoppelte Speicher werden zwischen Balkonkraftwerk und Haushalt gehängt, ohne Eingriff in die bestehende Installation. Das Aufstellen und Verkabeln des Speichers dauert bei den meisten Geräten unter 30 Minuten, dazu kommt der Einbau des Stromwandler-Zählers im Verteilerkasten.
Rechnen Sie mit dem, was abends übrig bleibt. Bei zwei Modulen mit rund 900 Wp reichen in der Regel 2 bis 3 kWh. Ab vier Modulen und etwa 1.800 Wp sind 5 kWh aufwärts sinnvoll, größere Haushalte fahren mit 9 kWh und mehr besser.
Faustregel: Wenn Sie abends und nachts mindestens 2 kWh verbrauchen und tagsüber Überschuss haben, arbeitet der Speicher jeden Tag. Je höher Ihr Arbeitspreis je Kilowattstunde, desto schneller trägt sich die Anschaffung. Der genaue Effekt hängt von Ihrem Verbrauchsprofil ab.
Der Speicher selbst wird bei den meisten Modellen gesteckt. Der Stromwandler-Zähler im Verteilerkasten gehört dagegen in fachkundige Hände, das ist Arbeit an spannungsführenden Leitungen. Die genauen Vorgaben stehen in der Anleitung Ihres Modells.
Das Balkonkraftwerk melden Sie im Marktstammdatenregister an. Beachten Sie die Grenze von 800 VA, sie gilt für alle Erzeugungseinheiten am Hausanschluss zusammen, nicht je Gerät. Für den Speicher als Teil des Steckersolar-Systems ist in der Regel keine gesonderte Anmeldung nötig. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrem Netzbetreiber nach.
In Deutschland nicht. P1-Dongles setzen eine P1-Buchse am Zähler voraus, wie sie im niederländischen Markt Standard ist. Deutsche Zähler haben diese Buchse nicht. Hier arbeiten Sie mit einem Stromwandler-Zähler im Verteilerkasten, etwa einem Shelly.
Bei modularen Systemen ja, HYXI Halo etwa lässt sich von 3 bis 18 kWh stapeln. Bedenken Sie dabei zwei Punkte: Manche Systeme erreichen ihre volle Leistung erst ab dem zweiten Modul, und das Gewicht summiert sich mit jeder Einheit spürbar.
Nur mit Selbstheizung zuverlässig. Unter 0 Grad nehmen Lithium-Zellen kaum noch Ladung auf, Geräte ohne Heizung regeln dann ab. Für den ungeschützten Außenbereich sollte die IP-Schutzart mindestens IP65 betragen, sonst gehört der Speicher in Keller oder Garage.
Wir helfen Ihnen bei der Wahl von Kapazität und Marke, beantworten Fragen zur Inbetriebnahme und sind deutschsprachig erreichbar. Bei Marstek übernehmen wir als offizieller Partner die Abwicklung von Garantiefällen im Rahmen der jeweiligen Herstellergarantie.

